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St. Gregorius

Am Elend zu Köln

Förderverein e.V.

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St. Gregorius Am Elend zu Köln

Die spätbarocke, dem heiligen Papst Gregor dem Großen geweihte Kirche, ist eine Stiftung der Kölner Familie von Groote und befindet sich bis heute in deren Eigentum. An ihrer Stelle lag seit dem 14. Jahrhundert ein sogenannter Elendsfriedhof, also ein Ort, an dem vor allem Fremde (besonders Pilger), Heimatlose und Arme (= Elende) bestattet wurden.


1544: Bereits im 15. Jahrhundert stand auf dem Friedhof eine spätgotische Michaelskapelle. Die Familie von Groote nahm sich dieses Ortes an; sie war um 1580 aus Gent über Antwerpen nach Köln geflohen, da sie wegen ihres katholischen Glaubens in den südlichen Niederlanden verfolgt wurde. Die Familie hatte also selber das Schicksal der Elenden teilen müssen.


Jacob von Groote d.Ä. (1589-1663) ließ zunächst eine Mauer um die Begräbnisstätte errichten. Sein Sohn Jacob d.J. (1627-1681) gründete 1677/78 eine Familienstiftung zur Abhaltung eines öffentlichen Gottesdienstes in der Michaelskapelle, die er erweitern und zusätzlich dem heiligen Papst Gregor I. weihen ließ.


Schließlich stifteten die Brüder Everhard Anton und Franz Jacob Gabriel von Groote die heute noch bestehende Kirche, die ab 1765 errichtet und 1771 geweiht wurde. St. Gregorius war damit der letzte Kölner Sakralbau vor dem Einmarsch der Franzosen und dem Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1794. Während der Bauzeit wurde die Kölner Öffentlichkeit durch Zeitungsartikel, Sonderblätter und Einblattdrucke über jedes die Kirche betreffende Ereignis informiert.  


Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche mit ihrer einstmals so einheitlichen Innenausstattung vollständig aus; nur die Außenmauern blieben stehen. Eine erste Aufbauphase ab 1952/53 unter der Leitung des Architekten Karl Band konnte 1967 abgeschlossen werden. In dieser Zeit wurden der Fußboden aus schwarzen und weißen Marmorplatten, die marmorne Kommunionbank sowie auch die drei Altäre weitgehend wiederhergestellt.


In den 1990er Jahren wandte man sich der Restaurierung des Kirchenäußeren zu. In einem ersten Abschnitt wurde 1993/94 der bildhauerische Schmuck der besonders stark verwitterten Westfassade erneuert. Im zweiten Abschnitt von 1996 bis 1998 restaurierte man das Dach und den Dachreiter, den gesamten Sockel und die übrigen Fassaden mit ihren rotgetönten Fugen.


Seit 2013 wird der gesamte Innenraum im Rahmen einer Substanzsicherung restauriert.


Das Äußere der aus über 800.000 Backsteinen errichteten Kirche ist schlicht und sparsam gegliedert durch hohe rundbogige Nischen, Fassadenreliefs und Sandsteingesimse. Der Entwurf stammt von dem Bildhauer und Architekten Balthasar Spaeht und steht ganz der in der Tradition des westfälisch-kurkölnischen Hofbaumeisters Johann Conrad Schlaun (1694-1773). Die örtliche Bauleitung lag bei dem Maurermeister Heinrich Nikolaus Krakamp.


Für die Westfassade gestaltete Friedrich Geiger eine reliefierte Darstellung des Todes als Knochenmann, der, mit päpstlichen Insignien ausgestattet, triumphierend einem Sarg entsteigt. Doch hat der Tod nur scheinbar das letzte Wort: öffnet man das Portal, so erblickt man den Hochaltar, von dessen Bekrönung Gottvater auf Christus und dessen die Menschheit erlösenden Tod am Kreuz hinweist.


Die Darstellung der Maria, die ihren toten Sohn in den Armen hält und betrauert, bildet das Zentrum des wiederhergestellten Hochaltares von 1768. Sie wird flankiert von Statuen des heiligen Gregor und des Erzengel Michael. Darüber befinden sich Allegorien der Fortitudo (Glaubensstärke) und der Justitia (Gerechtigkeit). Die Figuren aus weiß bemaltem Holz stammen von Johann Josef Imhoff aus den Jahren 1770/71.


Der nördliche und der südliche Seitenaltar besitzen Unterbauten von Johann Scholl (1767); die Aufbauten kamen 1806 hinzu und stammen aus der Kartäuserkirche. In ihren Nischen stehen die im gleichen Jahr von Franz Xaver Bernard Imhoff geschaffenen Alabasterfiguren des heiligen Jakobus d. Ä. (Norden) und der heiligen Thekla von Ikonium (Süden). An der Westwand schmücken eine Figur des heiligen Johannes Nepomuk und des heiligen Antonius von Padua (beide aus dem 18. Jh.) die Kirche.

 

An die Elendskirche wurde von Karl Band 1963 eine Schönstatt-Kapelle angebaut. Lange Jahre haben Schönstatt-Schwestern die Kirche betreut und gepflegt bis Juli 2009 die Dienerinnen des Evangeliums von der Barmherzigkeit Gottes diese Aufgabe übernommen haben.


Erhalten wird das Bauwerk im Wesentlichen durch den Stiftungsfonds der Familie von Groote und den 2013 gegründeten Förderverein St. Gregorius Am Elend zu Köln e.V..


Die seit Herbst 2013 andauernde umfangreiche Innenraumrenovierung konnte durch  freundliche Unterstützung des Erzbistums Köln und der NRW-Stiftung rechtzeitig zum Jubiläumsfest fertiggestellt werden, 250 Jahre nach der Grundsteinlegung von Groote' schen Familienkirche St. Gregorius Am Elend zu Köln.


Die Wiedereröffnungsmesse finden am 1. November 2015 statt und wird zelebriert vom bisherigen Rektor ecclesiae der Elendskirche, Dr. Dominik Meiering, Generalvikar des Erzbischofs von Köln. Zukünftiger Rektor ist der neue Stadtjugendseelsorger Pfr. Tobias Schwaderlapp, Präses des BDKJ, Stadtverband Köln.


Nach Abschluss der laufenden umfangreichen Renovierung, soll die Kirche durch den Förderverein St. Gregorius Am Elend zu Köln e.V., im Rahmen von Gottesdiensten, Konzerten, Festen, Vorträgen, Besichtigungen und anderen interessanten Veranstaltungen, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.


Nur an jedem 1. November (Allerheiligen) und bei Taufen, Hochzeiten oder Jubiläen von Familienmitgliedern, bleiben die von Grootes im Gottesdienst in St. Gregorius Am Elend zu Köln unter sich.

 

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